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Buchvorstellung: "Faszination Biathlon" |
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Freitag, den 13. November 2009 um 21:05 Uhr |
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Pünktlich vor Weihnachten gibt es auf dem Büchermarkt in
Bezug auf den Biathlon-Sport wieder viel Neues zu vermelden. Unter anderem ist
nun auch ein gänzlich neues Fachbuch über den Skizweikampf erschienen, das sich
an allerlei Bekanntem orientiert, aber auch Neues bietet.
Ein relatives Novum dürfte vor allem sein, dass der Autor
Jürgen Knopf weder aus dem Biathlon- noch aus dem Sport- oder Sportjournalismus-Bereich
kommt. Der 57-jährige Knopf war viele Jahre im Druck- bzw. graphischen Bereich
Angestellter, ein Job, der ihn unter anderem für fünf Jahre in die
Vatikan-Bibliothek führte. Mittlerweile ist er mit einer kleinen Produktions-
und Werbeagentur in Bietigheim-Bissingen selbstständig und hat sich nun unter
die Autoren begeben. Die Anregung dazu kam ihm beim Biathlon-Schnupperkurs in
Antholz, der ihn endgültig zum Fan des Skizweikampfes gemacht hat.
Dass das Buch nicht von einem Experten, sondern von einem
Fan geschrieben wurde, merkt man der Publikation an. Die Einen werden sagen „zum
Glück", die Anderen „leider". Zu welcher
Gruppe der Leser gehört, wird er nach der Lektüre des 176-Seiten-Werkes selbst
entscheiden.
Teil 1 -
Geschichte
Die Geschichte des Biathlons ist auf 26 Seiten recht ausführlich
besprochen und dank der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Skimuseum mit
zahlreichen historischen Bildern und Textpassagen zudem anschaulich gestaltet.
Teil 2 - Ausrüstung
Die Ausrüstung im Biathlon wird in dem Buch ebenso detailliert
dargestellt. Teilweise womöglich sogar zu ausführlich, was in Bezug auf den
Schießbereich sicher auf die klar erkennbare Mithilfe der Firma Anschütz zurückzuführen
ist. Andererseits werden vielleicht aufgrund dieser Detailliebe bei manch einem
Fragen geklärt, die andere Fachbücher offen gelassen haben. Neben den vielen Biathlon-spezifischen
Dingen wird zudem auf die Technik des Skating-Stils eingegangen, was dank Skating-Model
Lukas Hofer leichter aussieht als es tatsächlich ist.
Teil 3 - Regeln
Keins der Biathlon-Bücher kommt ohne die Regeln aus. So
werden auch hier kurz die Regeln umrissen, teilweise sogar mit Details, die einem
Biathlon-Fan sonst nicht bekannt sein dürften.
Teil 4 - Stars
Unter dem Titel „Stars" kann man sich in einem
Biathlon-Buch viele Athleten wünschen und vorstellen, aber schlussendlich
bleibt die Entscheidung dem Autor überlassen. So gibt Knopf im Vorwort des
Kapitels selbst zu, dass die Auswahl höchst subjektiv ist und er versucht hat, „eine
einigermaßen repräsentative Auswahl unter den Damen und Herren der deutschen
Nationalmannschaft" zusammenzustellen. Inklusive der „Nachbarn aus Österreich"
und König Bjoerndalen. Nun bestehen unsere Nachbarn aus Österreich aber leider
nicht nur aus einem Athleten, sondern mittlerweile aus etlichen vorzeigbaren Biathlon-„Stars".
Und der auf einer Seite platzierte Kurzabriss des Lebens der Sportler lässt teilweise
viel mehr Fragen offen, als er klärt. Gelungen ist hingegen die Auswahl der
Bilder. So werden die Athleten nicht mit den bekannten Winterfotos vorgestellt,
sondern in großformatigen Porträts, die sie ohne Skibekleidung, dafür aber gern
mal mit Make-Up oder - bei den Herren - oben ohne zeigen. Für Autogrammjäger
also optimal.
Teil 5 - „Die Biathlon-Hochburgen"
Überfliegt man die Einleitung zu dem größten Kapitel des
Buches nur kurz und überliest dabei einige Stellen, mag einem die Auswahl an „Biathlon-Hochburgen"
unerklärlich vorkommen: Oberhof-Ruhpolding-Hochfilzen-Obertilliach-Antholz-AufSchalke.
Man blättert zurück und da steht die Erklärung: „Hier ist sind sie, die
Biathlon-Veranstaltungsorte im deutschsprachigen Raum". Dank dieses Hinweises
scheint die Zusammenstellung schon eher verständlich. Zu nahezu jedem Ort weiß Knopf
etwas über die Geschichte des lokalen Biathlons zu erzählen, geht jedoch
hauptsächlich auf die touristischen Aspekte ein. Immer wieder beachtet wird die
Frage, die sich Knopf in persona vor Entstehung des Buches in Antholz beantwortet
hatte: „Wo kann man selbst Langlauf oder Biathlon ausprobieren?"
Wer es nicht bereits am Vorwort von Gottlieb Taschler
erkannt hat, wird spätestens in diesem Kapitel Knopfs Nähe zu den Antholzern
und seine Faszination für den südtirolerischen Ort deutlich spüren. So berichtet
der Autor nicht nur von seinem eigenen Biathlon-Erlebnis in Antholz, sondern beschreibt
auch ausführlich das Stadion und die
Umgebung des Ortes.
Teil 6 -
Sommerbiathlon
In einem kurzen faktischen Abriss und mit aktuellen Fotos
von der Sommerbiathlon-WM in Oberhof wird im abschließenden Kapitel dem Thema „Sommerbiathlon"
Beachtung geschenkt. Dabei geht Knopf ebenso auf offizielle IBU-Events ein, wie
auf den City-Biathlon in Püttlingen oder die zahlreichen Mountainbike-Biathlons
der Sommersaison.
Fazit: Wie
eingangs erwähnt, werden die Leser mit Sicherheit die Qualität und Aussagekraft
des Buches subjektiv beurteilen. Dem Einen wäre das Buch eines Experten lieber,
dem Anderen gefällt diese Version eines Fans. Für einen eingefleischten
Biathlon-Fan werden die teilweise recht interessanten Fakten und vor allem die zahlreichen
Hochglanzbilder jedoch die kleinen inhaltlichen Mängel wettmachen.
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Aktualisiert ( Freitag, den 13. November 2009 um 23:48 Uhr )
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