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Rückblick: Biathlon-Lehrstunden bei Jugendolympia
Geschrieben von: Viktoria Franke    Mittwoch, den 25. Januar 2012 um 16:36 Uhr    PDF Drucken E-Mail
JugendolympiaDie ersten Olympischen Winter-Jugendspiele sind seit Sonntag Geschichte. Mit der finalen Zeremonie endete der erste Versuch, auch den Jugendlichen schon früh Olympische Erfahrungen zu ermöglichen. Im Biathlon hieß es vor allem für den Deutschen Skiverband durchatmen: Sollten die Athleten und Athletinnen den schwierigen Sprung in den Seniorenbereich schaffen, müsste man sich über den Nachwuchs keine Gedanken machen.


Franziska Preuß und Niklas Homberg liefen beide zu Einzel-Goldmedaillen und sorgten damit für leuchtende Augen bei den Fans und Funktionären. Was jedoch teilweise fernab des Podiums vonstatten ging, regt wohl zum Nachdenken an.

So schickte zum Beispiel Armenien eine Läuferin – die junge Zhenya - an den Start, die noch nicht viel Berührung mit dem Sport zu haben schien. Das erste Trainings-Liegendschießen kniend zu beginnen oder ein völlig falscher Stand beim Stehendschießen schienen zu zeigen, dass die Langläuferin mit der ihr gereichten Waffe noch nicht recht vertraut war. So lief sie den Sprint dann auch gar nicht erst zu Ende.

Stuart Harden (c) GEPA-pictures.comAuch das Verfolgungsrennen dürfte so einigen eine Lehre gewesen sein: Bei den Mädchen vor allem den Kampfrichtern, bei den Jungs dem vermeintlichen Sieger. Ganze acht Starterinnen bekamen eine Zeitgutschrift, da sie auf die falschen Scheiben geschossen hatten. Nicht in etwa aus Eigenverschulden – denn das hätte eine Zeitstrafe nach sich gezogen, sondern weil die Kampfrichter nicht schnell genug reagiert hatten und die Mädchen sich noch im Stehendanschlag mit den Liegendscheiben abmühen mussten. Eigenverschulden wiederum war es beim Ersten, der in der Verfolgung der Jungen über das Ziel lief: Zeitstrafen wegen einer nicht gelaufenen Strafrunde sind auch im Weltcup keine Seltenheit. Dass jedoch der Freuden- und Siegestaumel, den man bei Einfahrt mit der Nationalflagge als Erster im Ziel im Nachhinein getrübt wird, dürfte eine Neuerung sein – zumindest konnte sich auch im Seefelder Stadion keiner an ein ähnliches Erlebnis erinnern, wie es dem Kanadier Stuart Harden passierte.


Und wäre das schon nicht genug an Problemen, setzten die Russen in der Mixed-Staffel noch einen drauf: Strafrunde und Durchlauf lagen im Stadion nebeneinander, die zweite Läuferin trat – als ihr auffiel, dass sie in der Strafrunde Richtung Wechsel fuhr - über die Absperrungen hinüber und wurde somit im Nachhinein mitsamt ihrer Teamkollegen disqualifiziert. Dass sie das erst nach zahlreichen Medailleninterviews erfuhren, war umso bitterer. In Zukunft wird sie wohl wissen, dass man umdrehen muss bis zum Punkt des Verlassens des eigentlichen Weges.

Es scheint also: Erlebt haben die Jungen und Mädchen so einiges im Seefelder Stadion. Den Sinn dieser Spiele haben so einige angezweifelt, vielleicht aber bringt eine solche Erfahrung doch Vorteile. Neben den sportlichen Erfolgen war genau das erwünscht: Erfahrungen sammeln und daraus lernen. Und es später vielleicht sogar besser machen, als einige Weltcupstarter dieser Tage.


 
Aktualisiert ( Mittwoch, den 25. Januar 2012 um 16:54 Uhr )
 
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