Klaus Siebert beendet Zusammenarbeit mit dem weißrussischen Biathlonverband

24.04.2014 Ilka Schweikl
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Klaus SiebertKlaus Siebert gab Anfang dieser Woche die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem weißrussischen Biathlonverband bekannt. Während bei anderen Nationen Trainer wegen Erfolglosigkeit, wegen unüberbrückbaren Differenzen im Team oder wegen der Übernahme anderer Aufgaben gehen, ist es bei Klaus Siebert leider anders. Er geht aus gesundheitlichen Gründen. Der Verband zeigte Verständnis für seine Entscheidung und wünscht ihm vollständige Genesung. Klaus muss sich jetzt auf seine Gesundheit konzentrieren, sagte der Cheftrainer Andrian Tsibulskiy.

Bevor der Sachse Klaus Siebert im April 2008 als verantwortlicher Schießtrainer sowohl für die Klaus Siebert im Gespräch mit Ricco GroßDamen und auch die Herren zum weißrussischen Team wechselte, war der Olympiamedaillengewinner, Gesamtweltcupsieger und Weltmeister u. a. auch lange Zeit Privattrainer von Ricco Groß. Siebert, der Ende April 59 Jahre alt wird, kämpft seit nunmehr über drei Jahren gegen Krebs. Weihnachten 2010 musste er sich einer Darm-OP unterziehen, zwei Monate später wurden ihm drei Viertel seiner Leber entfernt. Das unvermeidbare Szenario mit Chemotherapien und weiteren Behandlungen musste er ertragen – aber er kämpfte sich zurück. Ein Jahr später stand er beim Weltcup in Östersund wieder hinterm Fernglas und allein seine Anwesenheit gab seiner Weltklasse-Athletin Darya Domracheva Rückendeckung. Sie sagte damals, „ihn im Stadion zu haben, ist die beste Unterstützung, die ich mir wünschen kann“, und dass er nicht nur Trainer, sondern ein zweiter Vater für sie geworden ist.

Allerdings ist das heimtückische an der Krankheit, dass sie manchmal zurückkehrt. Bei Kontrolluntersuchungen Anfang der olympischen Saison haben die Ärzte auch bei Klaus Siebert wieder etwas Verdächtiges festgestellt und ihm zu einer weiteren Operation geraten.

Darya Domracheva„Das Gold war einer der glücklichsten Momente meiner Trainerlaufbahn“, sagt Klaus Siebert nach dem ersten Olympiasieg „seiner Dascha“, als er lächelnd, aber mit tränenfeuchten Augen die Glückwünsche entgegennahm und vielleicht für einen kurzen Moment das ihm Bevorstehende vergessen konnte. Insgesamt wurden es drei Goldmedaillen für Darya Domracheva und eine Bronzemedaille für eine weitere Athletin aus seinem Team, für Nadeshda Skardino. Domracheva wünscht sich so sehr, dass ihre Goldmedaillen ihrem Trainer helfen, bald wieder richtig gesund zu werden. Dass er nicht aufgibt zu kämpfen, das weiß sie.

Klaus Siebert

Auch wir von biathlon-online wünschen Klaus Siebert Kraft um den neuerlichen Kampf zu gewinnen auf das wir ihn bald wieder hinter einem der Ferngläser am Schießstand oder wo auch immer erleben dürfen.