Oberhof vor wichtiger Weichenstellung

19.08.2015 Ilka Schweikl
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Ortstermin mit Borut Nunar

Borut Nunar - IBU(Planegg/Oberhof) Seit vielen Jahren hat die Thüringer Gemeinde Oberhof als Hochburg des Biathlonsports einen festen Platz im internationalen Sportkalender. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, sollen in den kommenden Monaten die hierfür notwendigen infrastrukturellen und sportpolitischen Entscheidungen getroffen werden. Bei einem Ortstermin mit Borut Nunar, Racedirektor der Internationalen Biathlon Union (IBU), analysierte eine hochrangige Expertenrunde den zukünftigen Bedarf von Sport und TV-Medien.

Vorbereitungen für Weltcup 2015/16 in vollem Gange

Stadion Oberhof - 2015Während die Vorbereitungen für den Biathlon-Weltcup 2015/16 bereits in vollem Gange sind, richtet sich der Blick von DSV, IBU und den Verantwortlichen aus Oberhof weiter nach vorne: „Mit dem neuen Funktionsgebäude hat Oberhof zwar eine der wesentlichen Auflagen erfüllt, um im kommenden Jahr einen Biathlon-Weltcup durchführen zu können“, erklärte Thomas Pfüller, DSV Generalsekretär und als IBU-Vizepräsident für Marketing zuständig. „Um den Standort aber für weitere Großveranstaltungen wie Weltcups und Weltmeisterschaften nachhaltig zu sichern, bedarf es nun einiger Weichenstellungen.“

Lösungen um A-Lizenz nicht zu verlieren

Unter anderem, so die einhellige Meinung der Expertengruppe, müssen dauerhafte Lösungen für das so genannte Teamareal und den gesamten TV-Bereich geschaffen werden. Andernfalls wäre die A-Lizenz, mit der die IBU ihre Weltcup- und WM-Stadien zertifiziert, in Gefahr. Alle Verbands-Vertreter und Experten betonten aber auch, dass bei allen baulichen Maßnahmen das Kosten-Nutzen-Verhältnis oberste Priorität habe. Entsprechend wurden bei der nun erfolgten Bedarfsanalyse auch einige der ursprünglich geplanten Maßnahmen verworfen.

Verlässliche Aus- und Zusagen von Land und Region bis Oktober 2015 erforderlich

Thomas Pfüller - IBU„Ich denke, wir sind nun einen guten und wichtigen Schritt weiter“, zeigte sich Racedirektor Borut Nunar zufrieden. „Jetzt kommt es darauf an, dass die Themen auch zeitnah umgesetzt werden. Denn davon hängt letztendlich ab, ob eine WM-Bewerbung für Oberhof Sinn macht.“ Nach der Heim-WM vor drei Jahren in Ruhpolding plant der Deutsche Skiverband gemeinsam mit Oberhof eine Neuauflage der erfolgreichen Biathlon-Weltmeisterschaften von 2004.  „Aber dafür brauchen wir, basierend auf der heutigen Bedarfsanalyse, bis spätestens Oktober die verlässlichen Aus- und Zusagen von Land und Region“, sagte Thomas Pfüller.

Der Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow, hat bereits bei einer Stippvisite beim Biathlon-Weltcup im Januar seine Hilfe zugesagt, obwohl er den gemäß einer noch von der alten Landesregierung mit 50.000 Euro geförderten Machbarkeitsstudio errechneten Investitionsbedarf von 27,1 Millionen Euro weder bestätigen, noch sich an Zahlendiskussionen beteiligen wollte. Im Interview mit MDR-Info sagte er aber: „Wir werden alles tun, damit es auch in Zukunft tolle, tolle Wettkämpfe in Oberhof geben wird.“

Sabine Reuss kandidiert im September nicht mehr für Amt der Präsidentin des Thüringer Skiverbandes

Sabine ReußDie Präsidentin des Thüringer Skiverbandes, Sabine Reuss, wird bei den am 19. September 2015 in Luisenthal stattfindenden Neuwahlen nicht mehr kandidieren. Auf Vorschlag des TSV-Präsidiums stellt sich der ehemalige Skispringer Gerd Siegmund (42) zur Wahl. „Wir wollen wieder dahin, wo wir schon einmal waren, nämlich die deutsche Nummer eins im nordischen Skisport und Biathlon werden und auf lange Zeit den Biathlon-Weltcup in Oberhof halten“, sagte er  anfangs dieser Woche in einem dpa-Interview.

Es ist Oberhof zu wünschen, dass die Finanzierung der erforderlichen Investitionen gestemmt werden und der Weltcup-Standort am Grenzadler gesichert werden kann.

 

Quelle: DSV u.a.