Kaisa Mäkäräinen: „Das Rennen hat sich gar nicht so perfekt angefühlt“

04.12.2010 Viktoria Franke
biathlon-online.de – Das Biathlon Portal in DeutschlandBiathlon-NewsKaisa Mäkäräinen: „Das Rennen hat sich gar nicht so perfekt angefühlt“
Kaisa MäkäräinenNach ihrem gestrigen Sieg-Rennen stand uns nun auch Kaisa Mäkäräinen für ein Interview zur Verfügung. Die Finnin sprach über ihre Vorbereitung und diesen ersten Weltcup-Triumph im Biathlon.


Kaisa, was kann man über ein solch perfektes Rennen noch sagen?

Dass es sich gar nicht so perfekt angefühlt hat! Denn ich hab mich nicht so gut gefühlt. Aber das war wohl einfach mein Tag. Letztes Jahr war ich hier schon gut und nach dem Einzel gestern habe ich einfach gedacht: Jetzt könnte es wirklich noch besser werden…Und es hat geklappt!


Woher kommt diese Stärke zu Beginn der Saison?

Mein Training war einfach gut dieses Jahr, das ist die Basis. Auch die Skier waren richtig gut, auch wenn ich es nicht so gefühlt habe, da ich bei dieser Kälte nicht so ein gutes Skigefühl habe. Aber das wird sicher jedem so gehen. Auch meine Augen konnte ich am Schießstand kaum noch schließen, die waren wie erfroren.


Ihr habt mit dem Österreicher Joe Obererlacher einen neuen Trainer – hat das bereits etwas gebracht?

Ich glaube, vor allem, wenn es um die Organisation geht, dann schon. Es ging vor allem um die Vorbereitung auf den Weltcup und all das Organisatorische drum rum. Im Training konnte er nicht mehr viel machen, da er erst Ende Oktober zu uns kam. Den Sommer über haben wir also ohne Nationalmannschaft trainiert.

Kaisa MäkäräinenUnd dennoch sind solche Resultate möglich…
Mein persönlicher Trainer in Muonio ist einfach spitze und hat super mit mir trainiert. Vor allem für meine Beinkraft haben wir viel gemacht, denn bisher war ich da immer recht schwach.


Hast Du auf der Strecke erfahren, wo Du liegst?

Ja, einer der Wachser hat mir gesagt, dass ich 43 Sekunden Vorsprung habe. Ich hab sogar nochmal nachgefragt, weil ich dachte, er meint vielleicht 4,3 Sekunden. Danach hab ich mich zwar immer noch schlapp gefühlt, aber zumindest im Kopf war ich wie beflügelt, obwohl ich wusste, dass noch starke Athletinnen nach kommen.


Kennt man als Sportler die Startliste und wann die Konkurrenten kommen?

Ich schau mir die schon an, ja. Hier wusste ich nur, dass Anna Carin Zidek noch nach mir kommt, sonst schaut man sich eher die Läufer vor einem an, damit man weiß, wie man die Zwischenzeiten einordnen kann.

Im Ziel sind dann die Emotionen ausgebrochen: Was ist Dir da durch den Kopf gegangen?
Eigentlich war ich einfach nur super happy mit meinem Rennen. Selbst wenn es nicht der erste Platz geblieben wäre: Ich war einfach nur so, so glücklich. Vor allem, dass das Schießen so gut lief und dass ich so gut auf der Strecke druchgekommen war – trotz meines Gefühls und der Kälte.

Weltcup-Special:

Biathlon-Saison 2008/2009

 

Im Ziel sind dann