Estin Eveli Saue nimmt eine Auszeit vom Biathlon

21.04.2011 Sam Brown
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Eveli SaueEstlands beste Biathletin, Eveli Saue, hat überraschend angekündigt, eine Auszeit vom Biathlon zu nehmen. Auf einer Pressekonferenz im finnischen Rovaniemi teilte die 27-Jährige mit, dass sie in der kommenden Saison keine Rennen bestreiten wird. Ausbleibende sportliche Erfolge und mangelnde Unterstützung durch den Verband veranlassten sie zu diesem Schritt.

„Ich bin jung genug, um zurückzukommen, aber auch alt genug, um nicht mehr einfach so weiter zu machen“, erklärte Saue auf der Pressekonferenz. Nachdem sie ein Beinbruch fast den gesamten Winter 2009/10 außer Gefecht gesetzt hatte, wurde Saue in der abgelaufenen Saison 28. im Gesamtweltcup und konnte damit ihre eigenen Erwartungen nicht erfüllen. „In den letzten fünf Jahren waren meine Ergebnisse konstant, aber sie stellen mich nicht mehr zufrieden“, so die Estin.

Durch die ausbleibenden Erfolgserlebnisse habe sie sich zuletzt im Training nicht mehr richtig motivieren können. Daher brauche sie nun etwas Abstand vom Biathlon. Auf die Frage, ob sie nach der Pause wieder zum Leistungssport zurückkehren wird, antwortete Saue: „Ich habe keine Kristallkugel, um die Zukunft vorauszusehen, aber ich will wieder anfangen nach einem Jahr.“

Klamme Kassen beim Verband – wenig Unterstüzung für die Sportler

Auch die in ihren Augen mangelnde Unterstützung durch den estnischen Skiverband habe zu ihrer Entscheidung beigetragen. Eveli Saue beklagte, dass sich die Sportler um zu viele Angelegenheiten rund um Training und Wettkämpfe selbst kümmern müssen. Der Exekutiv Direktor des estnischen Skiverbandes, Kristjan Oja, musste dazu eingestehen: „Wenn Eveli sagt, dass sie vom Verband zu wenig Hilfe bekommt, dann steckt da ein Körnchen Wahrheit drin.“

„Allerdings hatten wir ein schwieriges Jahr, in dem das Geld sehr knapp war. Es wäre sicher besser, wenn wie noch zwei weitere Trainer ins Team holen könnten.“ Die Entscheidung Saues, die kommende Saison auszusetzen, nahm Oja mit Bedauern zur Kenntnis: „Das ist nicht gut für uns. Unser Kader ist ohnehin nicht sehr groß, und wenn dann die beste Athletin nicht mehr dabei ist, können wir das kaum kompensieren.“