Bohrer statt Waffe: Toni Lang sagt dem Biathlon Lebewohl

18.05.2011 Sam Brown
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Toni LangIm Januar wurde ihm noch die Ehre zu Teil, als erster Biathlet die neunen Strecken in Ruhpolding unter die Ski zu nehmen. Danach wurde es jedoch ruhig um Toni Lang, der Sprint in Antholz war sein letzter Einsatz. Nun gab der 29-Jährige seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt: „Ja, ich werde in München ein Studium der Zahnmedizin beginnen.“

 

 

Gegenüber chiemgau24.de begründete Toni Lang seinen Rücktritt mit ausbleibenden sportlichen Erfolgen: „Ich hatte mir als Ziel gesetzt, mich in dieser Saison im Weltcup zu etablieren, das habe ich nicht geschafft. Nun für die neue Saison wieder Vollgas zu geben, ist unheimlich schwer und darum habe ich diese Entscheidung getroffen. Außerdem hatte ich das Gefühl, ich muss was anderes tun und für den Einstieg ins Studium ist der Zeitpunkt ideal.“

Am Schießstand fehlte meist die Treffsicherheit

Lang hatte seine Karriere als Langläufer begonnen und war 2006 zu den Biathleten gewechselt. Während er läuferisch stets mit den Besten der Zunft mithalten konnte, war das Schießen seine Schwachstelle. Sein bestes Resultat im Weltcup war ein 13. Platz beim Einzel von Hochfilzen 2008, lediglich mit der deutschen Staffel gelang ihm zwei Mal der Sprung aufs Siegerpodest. Erfolgreicher war Toni Lang im IBU-Cup, wo er in der Saison 2009/10 hinter Daniel Graf Zweiter der Gesamtwertung wurde.

Zukünftig wird Toni Lang das Biathlon-Stadion gegen den Hörsaal und Ski und Waffe gegen den Bohrer eintauschen. Die Zahnmedizin liegt bei den Langs in der Familie, sein Vater betreibt zusammen mit Tonis Bruder im Heimatort Hauzenberg eine Zahnarztpraxis. Toni Lang schloss nicht aus, dass er nach seinem Studium dort einsteigt. „Es kann aber auch sein, dass ich dem Chiemgau treu bleibe.“