Darya Domracheva: „Egal was ich mache, ich mache es für Klaus Siebert“

03.02.2012 Viktoria Franke
biathlon-online.de – Das Biathlon Portal in DeutschlandBiathlon-NewsDarya Domracheva: „Egal was ich mache, ich mache es für Klaus Siebert“

Darya DomrachevaDie Erfolge kommen dieses Jahr reihenweise: Feierte Darya Domracheva noch im letzten Jahr an gleicher Stelle ihren ersten Sieg, ist der gestrige Anblick von ihr auf dem Podium mittlerweile ein gewohnter. Die Erfolge geben ihr immer weiter Aufwind, machen sie glücklich, doch man sieht auch, dass es auch Stress sein kann, Magdalena Neuners ärgste Konkurrentin zu sein. 

Als sie das norwegische Fernsehen NRK nach einem Interview für ihren einzigen freien Tag an diesem Wochenende fragt, scheint sie erschöpft und ratlos: „Ich habe doch schon mit dem russischen Fernsehen was ausgemacht, obwohl das unser Ruhetag ist!“ Dennoch, eine Darya möchte natürlich ungern Menschen enttäuschen, also verhandelt sie weiter, fragt. Nach Ort und Zeit, bis schließlich doch ein kleiner Termin für den heutigen Ruhetag gefunden ist. „Ich habe ja auch nur begrenzt Zeit neben Training und Wettkampfvorbereitung“, erklärt sie ein wenig traurig. „Da möchte ich auch mal Zeit für mich finden.“

 

Dabei sind es ihre Erfolge, die sie derzeit so begehrt machen. Und vielleicht auch die Geschichte dahinter, wenn sie sagt: „Klaus Siebert ist meine größte Motivation!“ Aufgrund des Sachsens sei sie derzeit so gut, der Grund dafür ist ganz einfach: „Er ist mir super wichtig und egal was ich tue, ich tue es für ihn. Ihn lächeln zu sehen, gibt mir Motivation!“

 

Und – lächelt er demnach in letzter Zeit öfters? Diese Überlegung bringt sogar die erschöpfte Darya zum lachen: „Ich weiß es nicht, aber natürlich hoffe ich das. Er hat so viel für uns, für mich getan, da möchte man einfach etwas zurückgeben. Ich habe es schon oft gesagt und meine es auch so: Er ist nicht nur Trainer, sondern ein zweiter Vater für mich geworden.“

 

Dass der Erfolgstrainer in diesem Winter nach überstandener Krebskrankheit wieder am Schießstand steht, gibt Darya Rückendeckung: „Für mich ist es natürlich viel besser, dass er wieder da ist. Ihm im Stadion zu haben ist die beste Unterstützung, die ich mir wünschen kann.“

 

Das scheint sich auch auf die Ergebnisse niederzuschlagen, denn Darya ist sich sicher, dass ihre Erfolgsserie nicht nur am Training liegen kann. „Viel geändert oder an Umfang zugelegt habe ich nicht, womöglich ist es also wirklich eine Kopfsache.“ Sagt sie und verabschiedet sich. Ganz schnell, damit sie neben Erfolgen und Verpflichtungen vielleicht doch noch Zeit für sich findet.