Jean Philippe Leguellec: „Das hat mir Flügel verliehen…“

16.12.2012 Maria Greinwald
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Oestersund SprM LeguellecIn Östersund schaffte er, was niemand an diesem Tag für möglich gehalten hatte: Er gewann den Sprint der Männer vor den Favoriten und war der erste Kanadier, der den Sprung nach ganz oben aufs Treppchen schaffte: Jean Philippe Leguellec. Eine Woche später huscht dem Trainer der Kanadier Matthias Ahrens immer noch ein Lächeln übers Gesicht, wenn man ihn auf das Rennen anspricht. Nennt aber auch im selben Atemzug die guten Ergebnisse des restlichen Teams. Auch Scott Perras und Rosanna Crawford zeigten in den ersten Wettkämpfen der Saison Bestleistungen. Trotzdem steht JP, wie Leguellec von seinem Team genannt wird, im Fokus der Öffentlichkeit.

In Östersund hat er erst sehr spät im Rennen die Information über seine Platzierung bekommen, „das hat mir Flügel verliehen auf der letzten Runde! Ich wusste ich würde auf jeden Fall Zweiter werden und da habe ich mir die Frage gestellt: Ist das hier gut genug sein, um bis zum Zielstrich stand zu halten?“. Mit Starnummer 38 war er ins Rennen gegangen und musste natürlich warten, bis alle im Ziel waren: „Da sollten noch einige Jungs hinter mir kommen. Also habe ich nicht zu früh daran geglaubt.“

Dass sein Erfolg auch in der Heimat beachtet wird, freut ihn und er hofft auch, dass mehr Leute, vor allem Kinder, auf den Sport aufmerksam werden: „Auf unserem Weg nach Sotschi hoffe ich, dass die Bekanntheit von Biathlon mit so guten Ergebnissen noch steigt. Hoffentlich sagen dann auch Kids „Woah! Ich will auch mit einem Gewehr auf dem Rücken Langlaufen!“. Und er hofft auch, dass sein Erfolg eine Motivation für andere kanadische Sportler ist. „Ich hoffe andere Sportler aus Kanada werden sich denken „hey, wenn der das kann, warum ich nicht auch?“. Wir sind ein junges Team und ich glaube wir brauchen einfach ein bisschen Zeit uns zu entwickeln.“

Im Hinblick auf die vergangenen Jahre, hat der Sieg einen noch höheren Stellenwert: Nach den Olympischen Spielen wurde bei ihm das Pfeiffersche Drüsenfieber diagnostiziert und erst diesen Sommer konnte er wieder normal trainieren. „Die letzten beiden Jahre waren dahin gehend sehr frustrierend. Das Training im Sommer ist unmittelbar damit verbunden, wie deine Leistung im Winter ist. Diesen Sommer konnte ich das erste Mal seit zwei Jahren ohne Abstriche trainieren.“

Man darf also gespannt sein, wie sich die kanadische Mannschaft weiter entwickelt, denn nicht nur im Weltcup sammelt die Mannschaft fleißig Punkte, auch im IBU Cup platzieren sich die Athleten immer weiter vorne im Feld.