Autor: Lena Putz veröffentlicht am: 15.12.2015

Andrea Henkel, goldene Erinnerungen an Hochfilzen

Es gibt nur eine Frau im Biathlonsport, die in allen Einzeldisziplinen einen Weltmeistertitel gewonnen hat, Andrea Henkel.

Rückblick mal anders. Auch das war Hochfilzen. 2005 holte sich dort Andrea Henkel ihren ersten Weltmeistertitel. „Etwas ganz besonderes war für mich auch der erste Weltmeistertitel 2005 in Hochfilzen, in einem Wettkampf, in dem ich nur als Ersatzfrau an den Start gehen konnte“, davon schwärmt die Großbreitenbacherin weiterhin.

Biathlon in Hochfilzen wird es dann 2017 wieder geben, dann wieder mit Weltmeisterschaften, wie schon 2005 und hoffentlich ähnlich erfolgreichen Rennen für die deutschen Athleten und Athletinnen. Auch Andrea Henkel war in diesem Jahr wieder live in Hochfilzen dabei, aber diesmal ohne Wettkampfstress.

Zwischen all den tollen Rennen, hat Biathlon-Online mit Andrea -Henkel- Burke  einen kleinen Blick zurück gewagt.

 

Zuschauen macht eben auch Spaß. „Ich selber vermisse es nicht Wettkämpfe zu laufen. Ich hatte sehr viele in meinem Leben und komme nun auch ganz gut ohne klar“, erzählt uns Andrea.

 

Auch das Leben nach dem Sport hat Andrea Henkel mit sehr viel Fleiß angepackt. „Ich möchte eine gute Personal Trainerin sein und deswegen reicht es mir nicht „nur“ die Basisausbildung zu haben.“ Nachdem sie die Voraussetzungen als Personaltrainerin erfüllt hat, gibt sie trotzdem weiter Gas, um eben wie schon so oft in ihrer Sportkarriere auch im Beruf ganz vorne mitmischen zu können.

Andrea ist mit dem amerikanischen Biathleten Tim Burke verheiratet und heißt jetzt eigentlich Andrea Burke. Trotzdem werden sich zwei Dinge nie ändern. Die erfolgreiche Sportlerin Andrea Henkel selbst, übrigens ist das ihr eingetragener Künstlername und dass sie als Wahlamerikanerin mit deutscher Staatbürgerschaft mit den amerikanischen und dem deutschen Team mitfiebert.

Leistungssportler bleibt Sportler, wenn auch nicht mehr so exzessiv wie zu ihrer aktiven Zeit. Früher hat sie akribisch mit Gerald Hönig an ihrer Leistungsfähigkeit gearbeitet, jetzt ist der Sport für sie Spaß. „Manchmal schaffe ich es jeden Tag in der Woche was zu machen, manchmal klappt das aber auch ein paar Tage hintereinander gar nicht“, so sieht Andrea ihren sportlichen Alltag jetzt.

Für sie war und ist Biathlon in jeglicher Hinsicht abwechslungsreich und vielfältig in den Herausforderungen. „Außerdem muss man sich im Biathlon nicht auf eine bestimmte Wettkampfform spezialisieren, sondern kann durchaus in allen vorn dabei sein“, erzählt sie mit einem breiten Grinsen. Zurecht fügt sie hinzu, dass das ihr ganz besonderes Können war. „Ich bin auch etwas stolz auf die Tatsache, dass ich immer noch die einzige Frau bin, die in allen vier Einzelrennen einen Weltmeistertitel hat.“

Glücklich und motiviert, so gibt sich Andrea uns gegenüber. Eine Kämpferin war sie vor allem im Sport, so erreichte sie viele und auch für sie besondere Erfolge. Einen davon wird sie wohl immer mit einem Lächeln betrachten können. „Stolz bin ich, dass ich in dem Rennen, in dem es um den Gesamtweltcup 2007 ging nach fünf Fehlern im ersten Anschlag nicht aufgegeben habe und am Ende tatsächlich die große Kugel bekam.“

 

Beck und Henkel in Obertilliach

Auch in ihrem zukünftigen Beruf als Personalcoach wird sie den Sport weiterleben und vor allem an viele Interessierte ihr Wissen weitergeben können. Für Andrea Henkel ist jetzt die Zeit gekommen für den Sport nach dem Sport.