Doping

Autor: Lena Putz veröffentlicht am: 17.02.2016

Dopingverdacht im Biathlon

IBU Weltverband suspendiert weiteren Athleten wegen Dopingverdachts. Kommt hier demnächst nach der Leichtathletik auch eine Welle von Dopingfällen auf den Wintersport zu?

Die IBU gibt einen weiteren Dopingfall im Biathlon bekannt. Name und Nation des Sportlers oder der Sportlerin sind bisher noch geheim. Wie bei Olga Abramowa handelt es sich wieder um die seit 1. Januar 2016 verbotene Substanz Meldonium. ( Hormone und Stoffwechselmodulatoren). Von der Ukrainern Abramowa ist nun bekannt, dass sie auf die Öffnung der B-Probe verzichtet und die Disziplinarkommission über ihren Fall entscheidet.

Während aktuell immer wieder weitere Sportler/innen des Dopingverdachtes überführt werden, geraten gleichzeitig russische Biathleten ins Fadenkreuz der Ermittler.

In der Leichtathletik wurde bereits einen Dopingskandal angeprangert. Nun zieht die Internationale Biathlon Union nach. Der IBU-Vizepräsident und der Anti-Doping Beauftragte Jim Carrabre wollen noch einmal alle Dopingproben von russischen Athleten vor und während der Olympischen Spiele in Sotschi 2014 öffnen lassen.

"Eine Schlussfolgerung des WADA-Berichts lautet, dass alle Wintersportverbände, die bei den Spielen in Sotschi vertreten waren, besorgt sein sollten. Ich bin sehr besorgt. Daher werde ich eine Untersuchung einleiten", hieß es von Jim Carrabre beim norwegischen Fernsehsender NRK.

Die größte Sorge der Anti-Doping Verantwortlichen ist dabei, das die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA, das Doping im eigenen Lande deckt. Es heißt Proben wurden zerstört bevor sie untersucht werden konnten.

Die bisher einzige bekannte positiv getestete Biathletin bei den Spielen war Evi Sachenbacher-Stehle. Woher nun die Hinweise auf weitere Dopingfälle stammen ist nicht bekannt, dennoch wurde bereits während des Weltcups in Presque Isle zwischen dem IBU-Dopingbeauftragtem und Vertretern der WADA Blutdaten und Informationen ausgetauscht.

"Ich denke, wir sollten alle Steine umdrehen. Alle Wintersportverbände sollten ihre eigenen Untersuchungen einleiten. Es wäre ein Fehler, es nicht zu tun“, so Jim Carrabre.

Damit könnte nach der Leichtathletik auch im Wintersport ein Stein ins Rollen gebracht werden.