Christoph Stephan: „Nur zuzugucken war hart“

07.01.2014 Ilka Schweikl
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stephan christoph 3Nach drei Jahren Abstinenz feierte Christoph Stephan sein Comeback beim Heimweltcup in Oberhof. Im Interview spricht der 27-Jährige über seine Rennen am Grenzadler, seinen Motivations-Kick und eine mögliche Hochzeit mit Freundin Sabrina Buchholz.

Christoph, vor zwei Jahren warst du als MDR-Praktikant beim Weltcup in Oberhof dabei und hast über die Rennen und die Sportler berichtet. In diesem Jahr konntest du endlich wieder selbst an den Start gehen. Wie fühlt sich das an?

Sehr gut. Ich freue mich ungemein, dass ich mal wieder zu Hause starten durfte. In den letzten Jahren war es schon hart, beim Heimweltcup nur zuzugucken.

Überwiegen nach deinem Massenstart die 15 fehlerfreien Schüsse oder der letzte Anschlag, in dem drei Scheiben nicht gefallen sind und du abreißen lassen musstest?

Ich war vier Runden in der Leader-Position, nur in der letzten halt nicht. Also waren vier Fünftel des Rennens gut und nur ein Fünftel schlecht. Daher überwiegt bei mir eher das Positive.

stephan christoph 2Was macht den Weltcup in Oberhof für dich so besonders?

Es spornt mich natürlich an, wenn die Fans jubeln. Und für mich ist es hier sehr praktisch. Ich muss meine Tasche nicht packen und habe es nicht weit bis ins Stadion.

Oberhof bewirbt sich für die WM 2020 oder 2021. Sieht man dich dann auch noch hier?

Jetzt muss ich mal rechnen. In sechs Jahren bin ich 33. Da muss man erst einmal gucken, ob der Körper hält. Ich meine, der Andi Birnbacher ist jetzt auch in dem Alter und noch dabei. Aber für mich ist 2020 noch soweit weg. Ich war vor zwei Jahren nicht dabei. Da kann ich nicht sagen, ob ich 2020 noch dabei bin.

Wie hast du es geschafft, dich aus dem sportlichen Tal heraus zu kämpfen?

Wenn man schon einmal einen Weltcup oder eine WM-Einzelmedaille gewonnen hat, dann hört man nicht einfach so auf. Nicht mit 27 Jahren. Da wäre ich schön doof gewesen. Vorwiegend hat mir die Bundespolizei geholfen. Und die Trainingsgruppe hier in Oberhof fetzt. Da sieht man in jedem Training, wo man steht, mit Arnd (Anmerkung: Peiffer) als Weltmeister von 2011 und Erik (Lesser), aber auch Daniel (Böhm) und Benny Doll. An ihnen kann man sich gut orientieren. Erik war eben nach dem Massenstart bei mir in der Kabine und meinte, warum ich Ochse denn nicht durchgezogen habe. Wir motivieren uns gegenseitig.

Du sollst dir auch die Youtube-Videos deiner erfolgreichen Rennen angeschaut haben.

Ja. Das hat mir ein Sportpsychologe gesagt. Man soll sich mit dem beschäftigen, was einem gut getan hat. Wir sind alle auf einem hohen Niveau, da spielt die Psyche eine ganz wichtige Rolle. Wenn ich mal einen Hänger hatte, habe ich die Videos öfters angeschaut. Da denkt man schon: Och Mensch, so gut war ich einmal.

stephan christoph 4Und so gut drauf bist du im Moment wieder. Das Ticket für die Olympischen Spiele hast du bereits gelöst. Kannst du zu diesem Zeitpunkt schon Ziele für Sotschi formulieren?

Wir haben eine gute Mannschaft. Jetzt müssen wir die nächsten beiden Weltcups abwarten, wie sich jeder präsentiert. Da werden zwischen uns die Einsätze ausgelaufen und das ist noch einmal ein hartes Stück Arbeit. Danach kehrt sicher ein Stück Ruhe ein. Mir ist es ehrlich gesagt auch egal, in welcher Rolle ich nach Sotschi fahre. Ich bin erst einmal glücklich, dass ich wieder in dem Pool mit drin bin und Leistungen bringen kann. Denn vor einem halben Jahre habe ich selbst noch nicht daran geglaubt.

Neben den Olympischen Spielen soll bei dir in diesem Jahr ein privater Höhepunkt anstehen. Es wird gemunkelt, dass du deine Freundin Sabrina Buchholz heiraten willst.

Sie hat zumindest schon einmal „Ja“ gesagt. Aber im Moment fehlen das Geld und die Zeit. Wenn es soweit ist, wird man das bestimmt erfahren.

Jetzt steht erst einmal der Weltcup in Ruhpolding an. Was nimmst du dir für die Rennen vor?

Ich hoffe, dass ich die Form so halten kann und dass es so weiter geht.